Was wir tun

Häufig haben lokale Solarunternehmen in Entwicklungsländern Schwierigkeiten, Solaranlagen überhaupt zu importieren. Denn sie erhalten von Banken oder Investoren nur selten ausreichende Darlehen zu akzeptablen Konditionen. Auch sogenannte „Social Impact Funds“ in Europa und den USA sind nur selten bereit, diesen Solarunternehmen ein Darlehen zu akzeptablen Konditionen zu gewähren.

Diese doppelte Finanzierungslücke erschwert es erheblich, die energiebedingte Armut in Entwicklungsländern zu beseitigen.

Die Solar-Connect eG schließt diese doppelte Lücke: Wir liefern hochwertige Solarsysteme an ausgewählte Partner in Entwicklungsländern. Wir gewähren unseren Kunden einen Lieferantenkredit und ermöglichen es ihnen so, ländlichen Haushalten die Bezahlung der Solaranlage über einen Ratenkredit anzubieten.

Dr. Gathu Kirubi, Kenia

„Die Arbeit die wir machen, ist mein wichtigster Grund morgens aufzustehen“

Menschen mit niedrigem Einkommen den Zugang zu Solarenergie zu ermöglichen, ist die Aufgabe der Sun Transfer Kenia. Die Produkte, wie zum Beispiel Lampen, Wasserpumpen, Ventilatoren, Fernseher, und Radios, werden ohne Zwischenhandel direkt an Kunden in ländlichen Regionen verkauft. Die Solar Connect eG ist einer der wichtigsten Partner der Sun Transfer Kenia.

Dr. Gathu Kirubi ist Geschäftsführer der Sun Transfer Kenia. 2009 kam er hochmotiviert zurück aus den USA, nachdem er Studium und Doktorarbeit abgeschlossen hatte. Sein Ziel war, die neu erworbenen Fähigkeiten „… für sein Land und seine Leute nachhaltig einzusetzen.“ Die Sun Transfer Kenia wurde gegründet.

Gathu Kirubi: „Wir wollen das Leben der Menschen in Kenia verbessern – meine wichtigste Erfahrung ist der Unterschied, den wir für unsere Kunden machen können. Im Jahr 2013 starteten wir ein Projekt an einer Schule mit dem Titel: „Ein Licht pro Kind“. Wir gaben jedem Kind eine kleine Solarlaterne, die es jeden Abend mit nach Hause nehmen und für das Abendstudium nutzen konnte. Natürlich können die Eltern es auch für Beleuchtung oder Telefonaufladung benutzen. Am nächsten Tag brachten sie es zur Schule zurück, um es wieder aufzuladen. Jetzt hatten die Eltern einen guten Grund, ihre Kinder zur Schule zu schicken, denn am Abend erwarteten sie, dass das Kind ein aufgeladenes Licht zurückbringen würde. Man muss bedenken, dass es oft sehr abgelegene Masai-Gemeinschaften sind und Kinder zur Schule zu schicken, ist nicht die oberste Priorität. Ein Kind soll sich um die Kühe kümmern und besonders Mädchen müssen Wasser und Brennholz holen, oder schlimmer noch, früh ältere Männer heiraten. Aber jetzt gab es diese kleine Solarlampe, die die Art und Weise, wie die Eltern über Bildung nachdenken und die Schule besuchen, verändert hat.

Wir haben auch ein Projekt mit einer Gesundheitsklinik in Ol Loitokitok, der einzigen Gesundheitseinrichtung in diesem Dorf gestartet, die bis zu 500 Haushalte versorgt. Die Krankenschwestern arbeiteten nur tagsüber, weil es nachts keinen Strom gab. Eine der Herausforderungen, die wir in diesem Bereich antrafen, sind Schlangenbisse bei Nacht. Bei einem Schlangenbiss ist die sofortige Erste Hilfe eine Impfung mit einem Gegenserum. Wenn aber nachts jemand gebissen wird und die Klinik geschlossen ist besteht akute Lebensgefahr, denn die nächste Klinik ist bis zu 100 km entfernt. Durch die Installation von Solarmodulen kann die Dorfklinik Tag und Nacht geöffnet werden! Das lässt dich die Arbeit, die du tust, schätzen und es gibt dir den Grund morgens aufzuwachen.“

Der Anfang war schwer. Rückschläge und eine erhebliche Verschuldung der Sun Transfer Kenia waren die Folge, bedingt durch externe wie auch interne Einflüsse. Ein Neuanfang wurde seit 2017 gemacht, als die Solar Connect eG als Partner für die Warenzulieferungen einsprang und dabei ein hohes Risiko einging. Heute begleitet die Solar Connect ihren kenianischen Partner auch als “Finanz- und Unternehmensberater“ um gemeinsam die Weichen für die Zukunft zu stellen. Christoph Roderer – CFO der Solar Connect eG ist im ständigen Kontakt mit seinen Partnern in Kenia: „noch ist die Kuh nicht vom Eis, aber wir sind zuversichtlich unser gemeinsames Restrukturierungskonzept bis Ende 2020 abgeschlossen zu haben. Wir versprechen uns insbesondere ein nachhaltiges Wachstum durch die Partnerschaften mit zwei der bedeutendsten lokalen Mikrofinanzierer. Dazu zählt insbesondere die KWFT – eine Bank, die sich vorwiegend um die Belange von Frauen kümmert“.

Gathu Kirubi: „Wir haben das Gefühl, dass wir unsere Fehler im Geschäft gemacht haben, wie jedes andere Unternehmen auch. Dabei haben wir viel gelernt und auch gute Erfahrungen gemacht. Wir haben eine starke Infrastruktur aufgebaut mit bis zu 15 Niederlassungen. Wir kennen unsere Kunden und ihre Nöte und wir sind ganz nah bei ihnen. Am wichtigsten ist nach wie vor unser Team von fast 70 erfahrenen und leidenschaftlichen Mitarbeitern – und letztlich auch die Solar Connect eG, als einer unserer verlässlichsten und wichtigsten Partner“.


Joseph Omondi

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Joseph Omondi ist Fischer und Bootsbauer auf Rosinga Island am Viktoriasee in Kenia. Er selbst fährt nicht mehr raus aufs Wasser, sein Boot steht den jüngeren Männern der Familie zur Verfügung. Sie benutzen es – wie Joseph früher – zum Nachtfischen, das traditionell auf den großen afrikanischen Seen betrieben wird. Dafür brauchen die Männer Licht, um Insekten, die als Nahrung für die Fische dienen, auf den See zu locken. Gefangen wird der Omena, ein kleiner Fisch, der ausschließlich von der lokalen Bevölkerung gegessen wird und als wichtigste Proteinquelle gilt.

Bereits vor einigen Jahren hat Joseph seine Petroleumlampen durch moderne LED-Laternen ausgetauscht, deren Akkus tagsüber die Sonne auflädt. Er spart dadurch täglich etwa einen US-Dollar und hat es so geschafft, sich ein modernes Solar-Home-System zu finanzieren.

Heute sieht er am Abend auch mal fern und kann die Abendstunden mit seinen Enkeln verbringen. Die Lebensqualität von Joseph und seiner Familie hat sich erheblich verbessert – dank Solarstrom.


Kleinunternehmer in Äthiopien

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Die Beleuchtung von kleinen Geschäften und Kiosken durch Solar Home Systeme war für viele Kleinunternehmer ein Durchbruch. Wie hier in Äthiopien können die Geschäfte jetzt länger geöffnet bleiben – der Tag wird “verlängert“. Für Kunden, die oft erst später die Möglichkeit zum Einkauf haben bedeutet es eine Verbesserung ihrer Lebensqualität. Der Kiosk wir auch zum Treffpunkt für die Menschen im Dorf, zumal dort auch noch ihre Mobiltelefone aufgeladen werden können.

Wir sind der Überzeugung: Wollen wir den Menschen am unteren Ende der Einkommenspyramide helfen ihre Lebensumstände zu verbessern, dann müssen wir sie als Kunden mit ihren eigenen Wünschen ernst nehmen – und nicht als Empfänger von Wohltaten. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Migrationsgründen.

Die Verfügbarkeit von zuverlässiger, sauberer und bezahlbarer Energie hilft den Menschen in unseren Partnerländern, ihre Lebensverhältnisse aus eigener Kraft zu verbessern. Die Veränderungen durch Solarenergie lassen sich in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens dokumentieren. Einige Beispiele:

  • Einkommen: Solarlicht ermöglicht das Arbeiten auch nach Sonnenuntergang und vergrößert damit die Möglichkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen
  • Gesundheit: Solarstrom macht den Einsatz von Kerosinlampen überflüssig, die zu schweren Atemwegs- und Augenerkrankungen führen
  • Bildung: Abendkurse für Kinder und Erwachsene werden erst möglich, wenn ausreichend Strom für Licht und Medien zur Verfügung steht
  • Sicherheit: Straßenlampen und mobile Solarlampen helfen, die Sicherheit nachts zu erhöhen
  • Gemeinschaftsleben: Solarenergie erhöht auch den Austausch innerhalb eines Dorfes und verbessert damit die soziale Interaktion
  • Brandschutz: Viele Brände entstehen durch umfallende Kerzen oder Kerosinlampen. Die Nutzung von Solarenergie verhindert dies
  • Kommunikation: Die Möglichkeit, Mobiltelefone mit Solarenergie aufzuladen, sorgt für eine verbesserte Kommunikation eines Haushaltes mit der Außenwelt
  • Lebensstandard: Kühlschrank, Radio, Fernseher und Computer sind wichtige Produkte, um die Lebensqualität der ländlichen Bevölkerung zu verbessern und einer Landflucht entgegen zu wirken

 

Solarenergie bietet ländlichen Regionen eine Gelegenheit zu gesellschaftlicher Entwicklung und wirtschaftlichem Wohlstand. Bedarf und Nachfrage nach Solarenergie sind groß. Nach Angaben der Weltbank sind Haushalte in Entwicklungsländern problemlos in der Lage, eine Solaranlage mittels Ratenkredit abzuzahlen – wenn man ihnen eine Solaranlage liefern würde.

Um eine nachhaltige Versorgung der Bevölkerung in netzfernen Gebieten mit zuverlässiger, sauberer und bezahlbarer Energie zu gewährleisten, braucht es vor Ort Solarunternehmen, die nicht nur die Beratung der Kunden und die Installation durchführen, sondern auch Wartung und Service zuverlässig gewährleisten.

Für diese kleinen und mittleren Solarunternehmen ist es nahezu unmöglich, bei Banken Kredite zu erhalten, um Solarprodukte für ihre Kunden zu finanzieren. Solar-Connect eG unterstützt die Solarunternehmen durch Lieferantenkredite und betreut und berät sie in ihrer Arbeit.

So schaffen wir dauerhaft Arbeitsplätze und stärken den Aufbau kleiner und mittlerer Wirtschaftsunternehmen.